1. Sollte „Gott“ oder das „Judeo-christliche Erbe“ ausdrücklich im Vertrag von Lissabon erwähnt werden? Bitte begründen Sie ihre Antwort.
Da es in Europa Menschen unterschiedlichster Religionen und auch viele Menschen ohne einen religiösen Glauben gibt und da Europa nicht nur ein judeo-christliches Erbe hat, sollte auf eine solche Erwähnung verzichtet werden, um niemanden auszugrenzen.
2. Sehen Sie Antisemitismus und Antizionismus in Europa als problematisch an? Was wird Ihre Partei tun, um den Antisemitismus zu bekämpfen und eine bessere Beziehung zwischen Europa und Israel zu pflegen?
Jede Form von Haß und Ausgrenzung ist höchst problematisch. Wir wollen in Europa und darü¬ber hinaus den Dialog zwischen allen Menschen, Gruppen, Völkern, Religionen und Staaten fördern. Für den direkten und offenen Dialog zwischen den Menschen schlagen wir die für je¬den einfach zu erlernende Brückensprache Esperanto vor (die übrigens von einem Juden ent¬wickelt worden ist), vgl. ausführlicher: www.e-d-e.eu
Zudem wollen wir uns für objektivere und unfassendere Information einsetzen. Nur durch In¬formation und Dialog kann Haß und Ausgrenzung wirksam begegnet werden. Wir setzen auf die Vernunft gutinformierter und eigenständig denkender und selbstbestimmt handelnder Menschen und halten wenig davon, irgend welche „Anti- … zu bekämpfen“ (siehe Ihre Fragestellung), da wir gegen jede Form von Gewalt eintreten.
Europa soll zu Israel und zu allen anderen Staaten offene, ehrliche und partnerschaftliche Bezie¬hungen anstreben. Engere Beziehungen zu bestimmten Staaten hängen unter anderem davon ab, wie sehr sie Freiheit, Gleichberechtigung, Toleranz, Grundrechte und Frieden achten und sich nach innen und außen dafür einsetzen.
Europa soll vermehrt Mittel bereitstellen, um den direkten Dialog der Menschen zu fördern. Bessere Beziehungen können am besten durch mehr Kontakte zwischen den Bürgern Europas und Israels entstehen.
3. Was meinen Sie ist Israels größte Herausforderung jetzt und in der Zukunft?
Israel befindet sich in einer schwierigen Lage. Durch Dialog, gegenseitigen Respekt, Eingeste¬hen eigener Fehler und Eingehen von Kompromissen muss ein dauerhafter Frieden in der Re¬gi¬on geschaffen werden. Diese Herausforderung kann Israel nicht alleine meistern, sondern nur gemeinsam mit seinen Nachbarn in der Region und seinen Freunden in Europa und in der Welt.
4. Wie wird Ihre Partei auf die nukleare Bedrohung des Irans reagieren? Sollte die EU sich am Dialog mit der Hamas und/oder der Hisbollah beteiligen?
Jede nukleare Bedrohung auf der Welt muss gleichermaßen „entschärft“ werden. Europa als Staatenbund des Friedens muss sich dafür auf friedliche Weise einsetzen.
Am notwendigen Dialog Israels mit Hamas und Hisbollah braucht sich Europa nicht zu betei¬ligen, außer wenn beide Seiten Europas Hilfe als Vermittlerin wünschen. Allerdings soll Europa selbst den Dialog mit diesen Organisationen und insbesondere mit den Menschen, die sie unter¬stützen, suchen.
5. Wie sollte das Freihandelsabkommen zwischen Europa und Israel entwickelt werden?
Der europäische Handel sollte mit allen Ländern auf der Grundlage der Prinzipien von Gegen¬seitigkeit, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit möglichst frei sein.







